Die Sprache des Lebens verstehen – Astrosophie

Bevor ich vor über 25 Jahren erstmalig für ein Jahr nach Mexiko reiste, hatte ich das Gefühl nur einen Teil von mir zu leben. Es war eine rein intuitive Entscheidung, ich hatte weder recherchiert noch wusste ich genaueres über das Land, die Kultur, die Menschen.

Ich suchte fieberhaft nach Austauschorganisationen, lernte spanisch und wurde fündig. Meine Gastfamilie in Puebla de los Angeles eröffnete mir eine Welt der Wunder, der Emotionen und der Wandlungen, die durch die von Arcelia, meiner zweiten Mutter auf diesem Planeten, liebevoll zubereiteten Gerichte maßgeblich unterstützt wurden. Unbedingt empfehlenswert ist der Roman von Laura Esquivel: „Como agua para chocolate“ – „Kochend wie heiße Schokolade“, der diese durch das Essen ausgelösten Transformationsprozesse humorvoll und sehr pintoresk beschreibt.

Mexiko ist für mich ein Schlüssel zum Selbstverständnis gewesen und ein Ort, an dem ich mich erstmalig „ganz“ fühlte, weil hier lo real maravilloso, sprich: die wunderbare Wirklichkeit gelebt wird: die magische und die materialistische Weltsicht existieren neben einander. Heiler, Schamanen und deren Heilkünste werden neben einer hoch entwickelten Schulmedizin akzeptiert. Dieser Umstand hat mich sehr glücklich gestimmt und ich wusste plötzlich, dass ich meine andere Hälfte im Außen gefunden hatte.
Die Mexikaner haben zu surrealen Wirklichkeiten ein entspanntes Verhältnis, während in Deutschland alles Unerklärliche und Mystische mit dem Label „esoterisch“
versehen wird und man in der Öffentlichkeit häufig bemüht ist, sich davon zu distanzieren.

Die über 6000 Jahre alte Tradition der Schamanen und Heiler versteht die Sprache des Lebens. Die Naturelemente sprechen zu uns, die Tierseelen, belebte und sogenannte unbelebte Materie. Viele, die ein technisches Gerät über Jahre benutzen, sprechen mit diesen Freunden ein Wörtchen, wenn die Funktion eingeschränkt ist. Im Grunde erleben wir gerade durch die Quantenphysik und Forschungen in der Neurobiologie eine Zeit, in der die gespaltene polare Weltsicht aufgehoben wird, nur dauert es seine Zeit bis das Wissen bei uns wirklich ankommt.

Ich habe mich aufgrund eigener Krankheit und Traumata intensiv mit ganzheitlichen Heilmethoden und den hermetischen Wissenschaften, eine Säule davon ist die Astrosophie, beschäftigt und tiefgreifende erstaunliche Erfahrungen machen dürfen. Nicht immer verschwindet das Symptom, aber der eingeschlagene Erkenntnisweg und die Bereitschaft in den Dialog mit dem Leben zu treten, hat alles in meinem Leben verändert.
Der erste Schritt der Ausstieg aus einem Opferbewusstsein und die Bereitschaft Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Alberto Villoldo, der mexikanische Anthropologe und Schamane beschreibt, dass wir bei jeder Leidensgeschichte Opfer, Täter und Retterrollen vergeben, aber im Grunde selbst alle Rollen innehaben. Die wesentliche Frage ist zu welcher Erkenntnis die Geschichten verhelfen und welche Motivation dahinter steckt.

Alles spricht zu uns, aber wir haben verlernt, die Zeichen zu lesen und zu verstehen. Vor allem fehlt die innere Bereitschaft und Offenheit für diesen Dialog.
Es bedarf jahrelanger Schulung und geistiger Disziplin, die innere Stimme durch Meditationsübungen zu hören und die äußeren Symbole, sprich Zeichen wertfrei zu lesen.
Eine Möglichkeit die Sprache des Lebens zu übersetzen ist die hermetische Astrologie, Astrosophie genannt, die auf dem Lehrsatz beruht: „wie oben so unten, wie innen so außen“ ist nie prognostisch oder definiert ihren Charakter, sondern diese Symbollehre versucht die Lücke zwischen äußeren Ereignissen und inneren Ein- und Vorstellungen selbst sichtbar werden zu lassen.

Die Frage lautet: Wo unterscheiden sich Selbstbilder von der innerseelischen Wahrheit?

Das wird von Thorwald Detlefsen, dessen Werke ich uneingeschränkt empfehlen möchte, als Schattenarbeit bezeichnet. Wir erweitern den Ich-Zaun der Selbstdefinitionen und versuchen ihn durch Integration unerkannter Seelenanteile zu erweitern, die uns gemeinhin im Außen als „Feinde, böse Kollegen und ungerechte Mütter und Väter“ vermeintlich und natürlich auch tatsächlich quälen.

Wir erkennen auf unserem Bewusstseinsweg, dass sich so manches äußere Problem beginnt aufzulösen, wenn wir eine Beziehung zum eigentlichen Thema
herstellen. Ich schätze an der schamanisch geprägten Arbeit, dass die Leidensgeschichte nicht nocheinmal erzählt wird, sondern versucht wird das eigentliche Thema zu benennen, wie z. B. Angst, Wut, Trauer.

Aus der Hirnforschung weiß man mittlerweile, dass das erneute Erzählen immer wieder die Schmerzmuster aktiviert, die in unserem Reptiliengehirn gespeichert sind.

Haben wir die Emotion gefunden, sowie das dahinter liegende Lebensmuster, das sich zumeist in vielen Formen beständig wiederholt, ist eine Bewusstseinsarbeit leichter. Sehr hilfreich ist das Energieniveau in den Frontallappen des Gehirn zu erhöhen, wo die Empfindungen für Glück und Einheit zu finden sind. Eine wunderbare Erfahrung hierzu bieten buddhistische Meditationen im Internet. Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass schon 6 Wochen Training positive Veränderungen im Gehirn bewirkt.

Zuallererst geht es darum uns in diesem ungeliebten Zustand anzunehmen. Die erste Reaktion ist immer, dass „es“ – das Leid – möglichst schnell verschwindet. Dazu starten wir viele Ablenkungsmanöver, wie essen, reden, fernsehen. Ich möchte zu der äußerst fruchtbaren Übung anregen in dem Gefühl des Schmerzes zu bleiben, es als Botschafter anzunehmen und dabei weiter zu atmen, tief und regelmäßig. Es bedarf zumeist einiger Übung, dennoch ist jeglicher Widerstand nur ein Motor für die Verstärkung des äußeren Symptoms oder Zustandes.

Alle nicht gelebten und unbewussten Anteile suchen sich über die Jahre einen Kanal, um ans Tageslicht zu treten, sei es über unsere Kinder, unsere Haustiere oder bei uns selbst als Symptome oder andere schicksalhafte Wendungen.

Wut wird zu Entzündungen, Abszessen, Schuldübernahme schlägt häufig auf die Wirbelsäule, das nicht gelebte Ego meldet sich über Migräne, etc.

Dazu gibt es mittlerweile sehr viel hervorragende Literatur (Rüdiger Dahlke, Louise Hay).

Ich möchte dazu anregen, diese Informationen nicht gegen sich zu verwenden, sondern sich selbst gegenüber eine Zärtlichkeit und Selbstannahme zu entwickeln.  Sich so akzeptieren, wie man ist – mit allen Abgründen, Aggressionen und aller Zerrissenheit. Und wie alles, was wir lernen möchten: es ist reine Übungssache und das Gehirn ist nur ein Programm.

 

Herzlichst,

Iris M. Hesse

 

 

 

 

 

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