ASTROLOGIE – Die „beziehungs (un) fähige“ Generation (1971 – 1983)

Wie die Astrologie eine andere Perspektive eröffnet

Kürzlich war in der Sonntagssendung von Bärbel Schäfer auf HR 3 der Autor Michael Nast zu Gast, der einen Bestseller mit dem Titel Generation beziehungsunfähig verfasst hat. Er hat damit einen sensiblen Nerv bei den 30ig bis 40ig Jährigen getroffen, der bewirkt, dass er ganze Hörsäle bei seiner aktuellen Lesereise füllt.

Ich erinnere mich während der Sendung, dass die Astrologie mir mit Mitte 20 sprichwörtlich das Leben rettet, weil ein begabter Astrologe in der Lage war mein innerseelisches Drama in Worte zu fassen. Nichts in meiner Lebensplanung läuft so, wie ich es mir vorgestellt habe. Durch das tiefgründige Beratungsgespräch beginne ich mich nicht nur mehr anzunehmen, abgesehen vom großen Erstaunen, dass jemand in der Lage ist mein Innerstes zu erfassen, sondern dadurch entsteht mit den Jahren eine andere Haltung meinem Lebensverlauf gegenüber. Ich trete in einen Dialog mit meinem Leben, anstatt im Dauerdisput und Opferbewusstsein zu leben. Die ursprüngliche Astrologie kann einen geistigen Selbstheilungsprozess in Gang setzen und wirkt ähnlich einer homöopathischen Hochpotenz.

Nun hoffe ich Euch, den Betroffenen, zu einer erkenntnisreichen Sichtweise Eures Lebens verhelfen zu können. Die Gabe der Astrologie liegt darin eine kosmische Perspektive zu eröffnen und bietet einen Verständnisschlüssel für leidvoll erlebte Themen. Sie vermittelt Euch Erkenntnisse über innerseelische Dynamiken, die zu einem Bewusstsein Eures Selbst führen können.

So werden wesentliche Generationsthemen nach dem Stand des Wandlungsherrschers Pluto definiert, der sich zyklisch durch den Tierkreis bewegt.

Die Generation Pluto in der Waage

Eure Generation „beziehungsunfähig“ gehört zu Pluto in der Waage, geboren im Zeitraum Oktober 1971 – November 1983 (& Mai – August 1984). Ihr tragt innerseelisch (unbewusst) ein Idealbild von Partnerschaft in Euch. Die Thematik der Partnerschaft ist symbolisch das Waagethema, die perfektionistischen Vorstellungen werden dem Urprinzip Pluto zugerechnet, der jegliche Ideale und Bilder intensiviert und potenziert.

Euer sehnlichstes Lebenswunsch ist mit dem Traumprinzen, oder der -prinzessin Harmonie als Dauerzustand – für immer und ewig – zu erleben, natürlich mit dem perfekten Körper, der Designerwohnung und der Job, der Euch eine Bedeutung verleiht. Dahinter verbirgt sich eine große Leere und der immense Schmerz sich nicht ganz zu fühlen. Die Sehnsucht sich endlich eins mit sich zu fühlen, ist übergroß.

Das Waageprinzip verkörpert das Thema Beziehung und ist auf das „Du“ fixiert, seien es Menschen oder die Umwelt. Analog zu den Jahreszeiten beginnt mit dem Tierkreiszeichen Waage am 23. September ein „geistiger Quadrant“, in dem es nicht mehr primär um die Erfüllung der eigenen persönlichen Belange geht. Vielmehr seid Ihr aufgefordert hinter die weltlichen Kulissen zu blicken – vor allem – hinter Eure fixen Ideale und Vorstellungen vom perfekten Leben

Chiron, der verletzte Heiler im Widder (Ichgefühl, Willen)

Aufgrund dieser Thematik ist das Einlassen auf ein Gegenüber für Euch eine besondere Herausforderung. Das Ichgefühl ist insbesondere bei den im Zeitraum von Febr. 1969 – Mai 1976 Geborenen verletzt. Chiron, der verletzte Heiler ist im Widder und steht für das Ich und die Willenskraft, damit ist Initiative und Durchsetzungskraft fast gar nicht vorhanden bzw. verwundet.

Vielleicht seid Ihr von dem Gefühl beherrscht, gar nicht existieren zu dürfen. Unbewusst spürt Ihr nur Spiegel für jemand anderen zu sein. Tapferkeit und Kampfgeist kompensieren die tiefen Schmerzen, Selbstzweifel und Angst, die immer wieder in selbstzerstörerische Unternehmungen treiben können. Die militante Selbstgenügsamkeit verhindert um Hilfe zu bitten. Ihr klammert Euch an die Überzeugung es alleine schaffen zu müssen. Dahinter verborgen liegt die Angst deutlich erkennen zu ergeben, was Ihr wirklich wollt.

Wunden aus der Kindheit

Möglicherweise ist der spontane Ausdruck von Leidenschaft und die Willenskraft in der Kindheit zerstört worden, subtil oder offensichtlich durch repressive Methoden wie Füttern nach Stundenplan, mangelnde körperliche Nähe, fehlende Rückmeldungen und verfrühte Reinlichkeitserziehung. Sind die natürlichen Rhythmen massiv behindert worden, entsteht eine tiefe Verunsicherung. Daraus kann der Glaube entstehen, dass das, was Ihr wollt und sogar das, was Ihr seid – nicht akzeptabel sei. Ihr dürft nicht das anstreben, was Ihr braucht, um Eure eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Der eigene Wille ist gelähmt und dahinter steckt verständlicherweise ein brennender und nicht selten fehlgeleiteter Zorn. Im Erwachsenenalter habt Ihr dann das Gefühl, Ihr dürftet nicht zeigen, was Ihr wirklich wollt, weil es durch äußere Kräfte zerstört werden kann. Überleben wird damit gleichgesetzt anderen zu gefallen und sie zu erfreuen.

Chiron im Stier (Selbstwertgefühl)

Für die ab Juni – Okt. 1976 bzw. April 1977 – Juni 83 Geborenen geht es mehr um die eigenen Werte, worunter ganz konkret Geld, Besitz und der eigene Körper gehören, und Eure Beziehung dazu. Möglicherweise ist es zu einer Verletzung (Chiron) des Selbstgefühls gekommen, dann projiziert Ihr später Eure Instinkte und Körpergefühl auf andere Menschen und Dinge. Der Körper kann als unzuverlässig und verletzt empfunden werden, wobei es sein kann dass ein Trauma hinzukommt, was verarbeitet werden will. Frauen mit Chiron im Stier haben oft eine starke sexuelle Ausstrahlung, wobei es sein kann, dass Ihr versucht diese Instinkte rigoros zu kontrollieren. Es wäre ratsam eine Beziehung zu Eurer machtvollen sinnlichen Natur aufzubauen und diese Gefühle bewusst anzuerkennen.

Wohlstand und Geld sind zentrale Themen, die allerdings oft sehr persönlich genommen werden, womit das Selbstwertgefühl entsprechend steigt oder sinkt. Es kann die Tendenz vorherrschen, dass Ihr Euch an Dingen und Menschen klammert, um den innerseelischen Mangel an eigener Substanz auszugleichen. Loslassen ist ein großes Thema.

Es gilt für Euch durch Selbstachtung und Beharrlichkeit die eigenen Verletzungen auf eine Ebene zu bringen, wo Kreativität entstehen kann. Selbst wenn Ihr darunter leidet, dieser keinen eigenen Ausdruck geben zu können, so seid Ihr begnadet, anderen Menschen dabei zu helfen, schöpferische Unternehmungen in die Tat umzusetzen und Euch irgendwann daran zu erfreuen, teil am Schöpfungsprozess zu haben.

Das Lebensgefühl von Pluto in der Waage

Es regiert der Geist einer gewissen Weltabgewandtheit, das Gefühl Außenseiter zu sein, der weder eine Familie gründet, noch feste Bindungen eingeht, weil der ideale Partner noch nicht getroffen wurde.

Ihr seid extrem stark auf Euer Umfeld und andere Menschen fixiert. Ihr könnt Euer Selbstverständnis und Selbstgefühl nicht aus Euch selbst generieren und erhaltet Eure Definition aus Eurem Umfeld, innerlich fühlt Ihr Euch labil und unsicher. Ihr versucht Euren Mangel an Selbstwert über Eure Stellung in der Welt und die Menschen, die Ihr trefft, zu kompensieren und daraus eine Identifikation aufzubauen.

Gleichzeitig habt Ihr sehr klare Vorstellungen davon, wie Ihr gerne sein möchtet. Daraus ergibt sich das Gefühl einer innerseelischen Gespaltenheit, weil Euch der Weg dahin versagt zu sein scheint und immer wieder Geschehnisse eintreten, die Euch eine klare Persönlichkeitsdefinition versagen.

Das Bedürfnis nach Vollkommenheit wird im Laufe des Lebens immer stärker, gleichzeitig entdeckt Ihr Unvollkommenheit und Hässlichkeit in der Welt. Als Ausgleich dazu (Waageprinzip) versucht Ihr über das perfektionistische Streben nach Schönheit, perfektem Design und Ästhetik in den äußeren Lebensbereichen (Körperkult: Tendenz zu Essstörungen) diesen innerseelischen Mangel zu kompensieren. Die Beschäftigung mit den schönen Künsten entspringt Eurer romantischen verträumten Ader und hilft Euch die Unzufriedenheit über Euer Leben und die innerliche Zerrissenheit weniger zu spüren.

Ihr hängt fast wie Drogenabhängige an Eurem Umfeld und definieren Euch über die Szene, in der Ihr Euch bewegt. Die Anerkennung und Bestätigung durch andere Menschen, insbesondere durch einen Partner, ist Euer Lebenselexier und gleichzeitig leidet Ihr darunter, weil Ihr nicht wisst, wer Ihr sind und was Ihr genau wollt.

Diese Entfremdung von Euch selbst, gepaart mit dem übertriebenen Harmoniebedürfnis kann sich in Neurosen äußern, indem Ihr so sehr auf alle anderen eingeht, dass Ihr die Kontrolle über Eure Rolle verliert und in Zuständen nervöser Unruhe landet, in denen Ihr keinen klaren Gedanken mehr fassen könnt. Vieles bleibt auf der Gedankenebene und wird nicht gesagt oder getan, wobei innerlich eine hochaggressive Stimmung herrscht, die aber keinen äußeres Ventil findet.

Gleichzeitig ist für Euch eine Partnerschaft von zentraler Bedeutung. Die Seele ahnt, dass wesentliche Impulse für die persönliche Entwicklung durch eine Partnerschaft erfolgen. Um sich selbst definieren zu können, benötigt Ihr das Du, könnt Euch aber nicht wirklich entscheiden.

Zerrissenheit zwischen dem Traum- und Zweckpartner

Es kann sein, dass es einen Traum- und einen Zweckpartner gibt. Die extremen vorstellungsgeprägten Anforderungen führen in der Partnerschaft dazu, dass kaum jemand im realen Leben diesen genügen kann. Die Partnerschaft wird in den Bereich des paradiesischen erhoben. Häufig scheut Ihr jede Verbindlichkeit in bestehenden, zumeist lockeren Zweckbeziehungen mit viel Freiraum, auf die Ihr nicht verzichten könnt. Innerlich träumt Ihr weiter von der vollkommenen Beziehung, wobei auch hier ihr Anspruchsdenken an der Wirklichkeit scheitert. Zum einen sehnt Ihr Euch nach seelischer Geborgenheit, zum anderen nach lustvoller Sexualität. Häufig lassen sich beide Pole nicht vereinen. Falls Ihr Euren sexuellen Gelüsten nachgebt, werdet Ihr auch hier bemerken, dass Euch Geborgenheit und Wärme fehlt und umgekehrt. Unbewusst wird immer wieder die Zerrissenheit hergestellt, die jede Erfüllung versagt. Häufig wechselnde Freund- und Partnerschaften, die immer wieder unter- und abgebrochen werden, führen Euch in Eure unbewussten Themen: Emotionalität und subjektive Empfindungen.

Es ist bedeutsam eine Form der Selbstbegegnung zu pflegen, vielleicht durch das Visualisieren Eures inneren Kindes und ein Gefühl für Euch selbst zu entwickeln.

Bewusstwerdung

Ihr könnt Harmonie in Euch herstellen, indem Ihr Eure innere paradoxe Zerrissenheit annehmt und lernt, Euch selbst ehrlich zu begegnen. In der Annahme Eures Gegenpols, der jenseits Eurer Vorstellungen und Ideale liegt, könnt Ihr mehr Gelassenheit und inneren Frieden entwickeln. Ein Zustand, den Ihr Euch sehnlich wünscht und der gleich einer kleinen Pflanze gehegt und gepflegt werden will.

Viel Zärtlichkeit und liebevolle Geduld mit Euch selbst, sind besonders bedeutsam.

Kommentar

Diese Generation verkörpert die extreme Sehnsucht nach Ganzheit. Dieses Sehnen wohnt uns allen inne. Der Weg dahin führt vom Du zum Ich, Dich spüren lernen und anzunehmen, so wie Du bist, mit allen negativen und positiven Aspekten.

Auch, wenn andere in scheinbar funktionierenden Partnerschaften leben, kenne ich sehr wenige Partnerschaften, in denen beide ein Selbstbewusstsein darüber haben, dass Glück und Harmonie nicht durch einen anderen Menschen hergestellt werden kann (s. Essay: Der Mythos der großen Liebe). Zumeist wird versucht den verspürten inneren Mangel an Selbstliebe über den Partner zu kompensieren, was früher oder später scheitert.

Diese Generation Pluto in der Waage markiert einen Wendepunkt in der Unabdingbarkeit der liebevollen Selbstannahme und in der Erkenntnis, dass es keinen Idealzustand – weder im Innen noch im Außen – gibt.

Es geht um die tägliche Übung endlich eine Beziehung zu Dir herzustellen – so wie Du bist – und Dich zärtlich anzunehmen, mit allen dunklen und hellen Seiten. Dann wird auch das Spektrum im Außen größer, weil Du toleranter und offener wirst, andere so zu akzeptieren, wie sie sind.

Ich lege Euch die Lektüre von Pema Chödrön: Liebevolle Selbstannahme und Eckart Tolle: Jetzt  sehr ans Herz.

Literaturquellen:

Schäfer, Randolf M.: Astrologie. Die Symbolik des Lebens entschlüsseln. Urania Verlag

Reinhart, Melanie: Chiron – Heiler und Botschafter des Kosmos. Edition Astrodata

Stein, Zane B.: Wendepunkt Chiron. Chiron Verlag

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